Get the FLASH PLAYER to view this magazine:

Get Adobe Flash player

- or -

View as HTML version

Radius Top Jobs 2017

portrait Paulina heißt man nicht, dachte sie als Kind. Aber irgendwann hat sie entdeckt, dass es auch von Vorteil sein kann, einen Namen zu haben, den sonst niemand hat. Eine von sieben Schwestern, aufgewachsen in einem kleinen Bergbauernhof in Mölten. Am Anfang hat Paulina Schwarz nicht viel mehr mitgebracht, als sich selbst und das Glück, zum richtigen Zeitpunkt die jeweils richtige Entscheidung zu treffen. Sie ist eine Power-Frau. Organisiert, pragmatisch, positiv und sie scheut nicht zurück, wenn es darum geht, sich voll einzubringen. Was sie ist, hat sie sich selbst zu verdanken und entsprechend strahlt sie eine in sich selbst ruhende Selbstsicherheit aus. Sie schafft lieber Fakten, als Zeit mit Diskussionen zu verlieren. Der Sprung in die Selbstständigkeit ... Um Themen wie Quotenregelung oder um Gleichberechtigung hat sie sich bis vor wenigen Jahren nie bewusst gekümmert. Nicht aus Desinteresse. Sie kam nicht dazu und sie brauchte es nicht. In ihrer Familie waren die Frauen ohnehin am Ruder und sie ist angekommen, wo sie hinwollte bzw. vielleicht noch ein Stück weiter. Nach dem Rechtsstudium in Bologna und Trient hat sie an der Geometer-Schule unterrichtet. Zu Beginn des neuen Jahrtausends, ihre Zwillinge Sophia und Sebastian waren weniger als ein Jahr alt, wagte sie den Sprung ins kalte Wasser. Vom sicheren Arbeitsplatz beim LVH, wo sie sich um den Bausektor kümmerte, in die Selbständigkeit. Leicht ist anders. Aber heute hat sie ein florierendes Unternehmen mit zwanzig Mitarbeitern, PRONORM Consulting. 03/2017 Das Glück der richtigen Wahl Erfolgreich sein als Frau Am liebsten redet sie über ihre Arbeit, über Sicherheit am Arbeitsplatz, über Ausschreibungs-, Kooperations- und Projektmanagement, über sich selbst hingegen gar nicht. Sie sitzt im Verwaltungsrat des Raiffeisenverbands, ist seit fast zwanzig Jahren Vize-Obfrau der Raiffeisenkasse Mölten, und nun der Raiffeisenkasse Etschtal, Vorsitzende des Beirates für die Förderung des weiblichen Unternehmertums der Südtiroler Handelskammer und Präsidentin des Energieunternehmens Alperia Energy. In Diskussionen um die Rolle der Frauen greift sie heute sehr wohl ein, sie fühlt sich ethisch verpflichtet. „Was wir Frauen heute haben, verdanken wir jenen Frauen, die in den sechziger und siebziger Jahren um ihre Rechte gekämpft haben“, betont sie. Wichtig findet sie, dass das Errungene nicht zur Selbstverständlichkeit wird. „Wir müssen uns dafür einsetzen, dass es so bleibt bzw. es ist noch vieles zu verbessern.“ Sie ist viel auf Reisen, beruflich und privat und immer wieder bestürzt es sie, dass es auch heute noch, im 21. Jahrtausend für eine Frau einen großen Unterschied macht, wo sie geboren wird. Wenn sie jungen Frauen einen Ratschlag geben sollte, dann wäre es vor allem dieser: Wissen, was frau will und daran festhalten, unbeirrt. Den Mut haben, dazu zu stehen. Den Mut haben, zu entscheiden. „Ich stehe dem Beirat zur Förderung des weiblichen Unternehmertums vor, aber das heißt nicht, dass ich dafür eintrete, dass jede Frau Unternehmerin wird.“ Jede Frau soll die gleichen Chancen wie Männer haben, das zu tun, was sie möchte. Unternehmerin, Selbstständige, Angestellte, Lehrerin, Ärztin, Handwerkerin, Bäuerin, Hausfrau … „Wichtig ist, dass sie frei entscheiden kann und keine Einschränkungen hat, nur weil sie Frau ist.“ In Südtirol gibt es viele erfolgreiche Frauen, sagt Paulina Schwarz. Viele Betriebe werden erfolgreich von Frauen geführt, viele Frauen nehmen interessante (Führungs)Positionen bei Verbänden und Institutionen ein. „Aber nichtsdestotrotz haben wir in Südtirol gegenüber anderen italienischen Regionen, gegenüber anderen europäischen Ländern Nachholbedarf.“ Vielfältig auch in der Freizeit Was macht eine so aktive Frau wie Paulina Schwarz in ihrer Freizeit? Sie strahlt. „Ich mache sehr viel und ich nehme zur Kenntnis, dass ich wieder ein bisschen mehr Freizeit habe!“ Aktive Freizeit, wie kann es anders sein. Skitouren, Segeln, Wandern, Radfahren und in den Ferien zieht es sie hoch hinauf. Trekking am Kilimandscharo oder im Ladakh-Gebiet. Abgelegene Gegenden. Nur das Notwendigste im Rucksack, geschlafen wird gerne im Zelt. Und nicht nur in den Ferien. Früh am Morgen zur Skitour und um 11 am Schreibtisch im Büro. „Es ist schon ein Glück, in Südtirol zu leben“, sagt Paulina Schwarz. Und schon sind wir wieder beim Thema Chancen! 53

Page 1
Page 2
Page 3
Page 4
Page 5
Page 6
Page 7
Page 8
Page 9
Page 10
Page 11
Page 12
Page 13
Page 14
Page 15
Page 16
Page 17
Page 18
Page 19
Page 20
Page 21
Page 22
Page 23
Page 24
Page 25
Page 26
Page 27
Page 28
Page 29
Page 30
Page 31
Page 32
Page 33
Page 34
Page 35
Page 36
Page 37
Page 38
Page 39
Page 40
Page 41
Page 42
Page 43
Page 44
Page 45
Page 46
Page 47
Page 48
Page 49
Page 50
Page 51
Page 52
Page 53
Page 54
Page 55
Page 56
Page 57
Page 58
Page 59
Page 60