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Radius Alpine Technologien 2015

portrait 38 08/2015 08/2015 39 Florian Profanter Begeisterung für „Schneekatzen“ „Man muss schon „fast krank sein“, um diesen Job über Jahre auszuführen. Krank im Positiven, im Sinn für enorme Passion für diese Art von Maschinen“, das sagt einer, der es wissen muss, Florian Profanter, sechs Jahre Vorführ- und Testfahrer bei Prinoth und zehn Jahre selbst Schneekatzenfahrer. Vor drei Jahren hat der Villnösser beschlossen „seine Krankheit“ an Junge weiterzugeben. Fahrer auszubilden und den Skigebietsbetreibern zu helfen, das Können und die Sicherheit der Fahrer zu verbessern, Pisten optimal zu präparieren und vor allen Dingen auch Kosten zu sparen. Pistengeräte sind Hightech-Geräte, die je nach Ausstattung bis zu 450.000 Euro kosten. Das Fahren und Bedienen solcher Maschinen will gelernt sein. „Vom Fahrer hängt es ab, wieviel Liter Diesel pro Stunde verbraucht werden, oder wie teuer die Service- und Wartungsarbeiten am Ende des Winters sind. Je nach Skigebiet dauert die Saison von Ende November bis Mitte April. Da können pro Maschine und Fahrer pro Saison schon 20.000 bis 25.000 Euro Differenz zusammen kommen“, erzählt Florian Profanter. Es kommt eben darauf an, ob der Fahrer nur Gas gibt oder schonend und mit Köpfchen fährt. Dadurch können schon beim Treibstoffverbrauch bis zu 20 % eingespart werden; das kommt auch der Umwelt zugute. Außerdem ist es ein Unterschied, ob durch schonendes Fahren die Servicearbeiten am Ende der Saison 15.000 oder 30.000 Euro kosten. Ein Schüler aus der Schweiz portrait Skigebietsbetreiber sehen die Schneekatzen-Fahrschule positiv Kein Wunder, dass die Betreiber der Skigebiete diese Art von Ausbildung nur positiv sehen. Dazu Georg Eisath vom Skigebiet Carezza: „Pistenpräparierung ist eine wichtige Angelegenheit, in erster Linie was die Qualität betrifft und natürlich auch ein enormer Kostenfaktor. Schneekatzenfahrer sind meist junge Burschen, die kaum Schwierigkeiten haben das Gerät zu bedienen, die aber alle Feinheiten erst lernen müssen. Florian Profanter hat eine Marktlücke entdeckt. Mit seiner Erfahrung aus sechs Jahren bei Prinoth und zehn Jahren selbst als Fahrer kommt er bei den Katzenfahrern gut an. Sie lassen sich von ihm was sagen.“ Ähnliches hört man auch von anderen Skigebieten. Pisten präparieren ist eine harte Arbeit, beginnt nach Liftschluss und endet nicht selten erst um Mitternacht. Viele Fahrer hören nach einigen Jahren wieder auf, deshalb kommen permanent junge, unerfahrene zum Einsatz. „Mit jedem erfahrenen Fahrer, der wieder aufhört, geht Know-how verloren“, berichtet Profanter. „Und genau dieses Know-how versuche ich den Jungen zu vermitteln. Das beginnt mit einem theoretischen Kurs für Anfänger und für Fortgeschrittene und wird fortgesetzt mit praktischen Stunden direkt im Skigebiet meiner Auftraggeber.“ GPS-Systeme und Wendepunkte Abgesehen vom Bedienen der Leitwölfe oder Pistenbullys (Prinoth oder Kässbohrer) kommt es natürlich stark auf das Gelände an, wo die Maschinen im Einsatz sind. Doppelte Fahrten, falsche Wendepunkte, zu viel Überlappung bei den Fahrten bringen höhere Kosten durch mehr Arbeitszeit. „Ein guter Fahrer wirst du erst nach der 3. oder 4. Saison“, ist der Schneekatzen-Fahrlehrer aus Villnöss überzeugt. „Es braucht schon mindestens 1.000 Stunden bis du so ein Gerät halbwegs beherrschst. Das Einschieben vom Schnee an den richtigen Stellen, das Fräsen der Pisten oder die Bearbeitung steilerer Hänge mit der Seilwinde, das sind die technischen Anforderungen. Dazu kommt auch noch eine enorme Ver- Zu Beginn gibt es Theorie. antwortung. Fahren in oft schwierigem Gelände, bei widrigen Verhältnissen und immer wieder sind auch Skifahrer noch nachts auf den gesperrten Pisten unterwegs. Ein Fahrer muss sich stets bewusst sein, dass er eine Maschine bewegt im Wert von bis zu 450.000 Euro, mit 530 PS, 12,5 Tonnen schwer und vielfältiger technischer Ausstattung.“ Immer mehr Unterstützung bekommen die Fahrer auch durch diverse GPS-Systeme. Die täglichen Fahrdaten samt Teleme trie helfen beim Wählen der Fahrtrouten und Bearbeitung der Pistenflächen. Wesentlich aufwendiger sind dann schon die GPS-Systeme, welche die genauen Schneehöhen unter den Raupen angeben. Diese kosten bis zu 40.000 Euro pro Gerät, dafür messen sie auch mit einer Genauigkeit von 2-3 cm. Ausbildung zum Beschneier Mit den neuen Qualitätsanforderungen auf den Skipisten entstehen auch neue Berufe. Neben dem Schneekatzenfahrer zum Beispiel auch der Schneemeister. Schneemeister wird man über einen Ausbildungskurs, der bisher erst in Österreich angeboten wird. Die Vorstufe dazu, die Ausbildung zum Beschneier, kann man auch in Südtirol erlangen, bei Florian Profanter. „Auch technischen Schnee erzeugen (fälschlich auch Kunstschnee genannt), will gelernt sein. Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Wassertemperatur, Wasserdruck, Art der Schneekanonen usw. sind alles Faktoren, welche die Schneequalität beeinflussen. Kompakt hart und griffig, keinesfalls aber eisig dürfen die fertig präparierten Pisten am Morgen sein. Voraussetzung dafür ist die optimale Schneebeschaffenheit. Südtirol ist führend in Sachen Kompaktschnee-Erzeugung und Pistenqualität. Damit das auch so bleibt, wird Florian Profanter weiter Schneekatzenfahrer und Beschneier ausbilden. Seine Erfahrung schätzt man nicht nur in Sexten, in Alta Badia, am Karerpass, in Olang oder auf Meran 2000; mittlerweile sind seine Kenntnisse auch in der Schweiz, in Deutschland und sogar in China gefragt. Weitere Infos unter www.snow-efficiency.com Höchste Pistenqualität ist das Ziel.

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