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8 ^Text: Falco Mille °Bild: Marco Knopp
Spätsommer, saftige Wiesen, hohe Tannen
und schroffe Berggipfel, die im Sonnenlicht
golden leuchten. Dolomiten, Rosengarten.
Ich rekle mich faul im Liegestuhl auf der
Hotelterrasse des Ganischgerhofs, genieße
das Panorama und taste nach dem Cocktail,
den eine junge Kellnerin in Tiroler
Tracht mir gerade mit einem bezaubernden
Lächeln serviert hat. Doch plötzlich ein
unsanfter Tritt gegen meinen Stuhl. Der
kalte Drink schwappt in meinen Ausschnitt.
Ein weiterer Tritt, heftiger. – Ich öffne
die Augen und blinzele schlaftrunken in
das Gesicht unseres Herausgebers, Mitch,
der in voller Bike-Montur über meinem
Bett steht und an meiner Schulter rüttelt.
„Aufwachen, Schlafmütze!“, ruft er. „Es ist
schon halb acht. Heute haben wir Großes
vor. Latemar-Umrundung! In einer halben
Stunde holt Kurt uns ab. Ich bin beim
Frühstück.“ Bevor er fröhlich pfeifend mein
Zimmer verlässt, reißt Mitch noch Vorhänge
und Fenster auf. Draußen ist es trüb und
kalt. Tiefhängende Wolkenfetzen ziehen den
Bergwald hinauf.
Das Leben kann so gemein sein. „As you
like it“ lautet der Wahlspruch des Hotels
Ganischgerhof, in dem wir gestern eingecheckt
haben, was sagen will: „Hier richten
wir uns nach dir. Wenn du um 14 Uhr im
Bademantel frühstücken willst, um dich den
Rest des Tages in unserem Spa verwöhnen zu
lassen, bist du bei uns goldrichtig.“ Das ist
mein Hotel, war mein erster Gedanke, und
©pedaliéro #01/10